Drogensubstitution

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Die kontrollierte Substitutionstherapie dient zur Behandlung von Entzugssymptomen und somit zur Verbesserung körperlicher und psychischer Beschwerden.

Drogensucht/Substanzmissbrauch

Substanzmissbrauch bezieht sich auf schädigenden oder gefährlichen Konsum von psychoaktiven Substanzen, inklusive Alkohol und illegaler Drogen wie z.B. Heroin. Psychoaktive Substanzen können zu einem Abhängigkeitssyndrom führen, einer Mischung aus verhaltensbezogenen, geistigen und physiologischen Phänomenen, die sich nach wiederholtem Substanzkonsum entwickeln und typischerweise mit einem sehr starken Wunsch einhergehen, die Substanz zu konsumieren. Der Substanzkonsum ist für die Betroffenen nur äußerst schwierig zu kontrollieren, wird trotz bekannter schädigender Konsequenzen weiter verfolgt und hat oft höhere Priorität als andere Aktivitäten und Pflichten. Die Opioidabhängigkeit ist beispielsweise eine schwere chronische Erkrankung, die sowohl eine psychotherapeutische als auch eine medikamentöse Langzeittherapie erforderlich machen kann.

Wie häufig ist Opioidabhängigkeit?

Dem österreichischen Drogenbericht 2013 zufolge ist Cannabis nach wie vor die einzige illegale Droge mit einer nennenswerten Konsumhäufigkeit in der Allgemeinbevölkerung. Opioidkonsum (z.B. Heroin) ist zwar weniger häufig, macht jedoch den bedeutendsten Teil des „problematischen Drogenkonsums“ in Österreich aus. Etwa 90% aller Personen in drogenspezifischer Betreuung konsumieren Opioide. Aktuell gibt es ungefähr 30.000-34.000 Personen mit problematischem Opioidkonsum, davon lebt etwa die Hälfte in Wien. 15.000-17.000 Personen konsumieren vorwiegend injizierend. Ein Viertel der Betroffenen ist weiblich und etwa ein Fünftel ist unter 25 Jahre alt. Momentan ist die Anzahl junger Personen mit problematischem Drogenkonsum rückläufig.

Substitutionstherapie als Behandlung der Opioidabhängigkeit

Substitutionstherapie ist die kontrollierte Verabreichung einer Substanz, um Entzugssymptome zu unterdrücken. Substitutionstherapie wird aufgrund des chronischen und anhaltenden Charakters der Erkrankung als „Erhaltungstherapie“ oder – nur wenn möglich – als „Entgiftung“ durchgeführt. Die medikamentöse Erhaltungstherapie wird sowohl von der WHO als auch der UNO als eine der effektivsten Therapieformen für Opioidabhängige eingestuft. Daher wird die Substitutionstherapie, insbesondere in Kombination mit psychosozialer Betreuung, europaweit medizinisch und therapeutisch als sinnvoll betrachtet. Substitutionstherapie soll Drogenkranke gesundheitlich stabilisieren, Folgeerscheinungen wie Beschaffungs- und Begleitkriminalität sowie Krankheiten wie Hepatitis und AIDS vorbeugen und den Erkrankten somit eine psychosoziale und soziale (Re)Integration ermöglichen.

Quellen:

WHO Health topics, substance abuse http://www.who.int/topics/substance_abuse/en/; WHO International Classification of Diseases (ICD) http://apps.who.int/classifications/icd10/browse/2010/en#/F10-F19.

Bericht zur Drogensituation 2013. [Austrian drug report 2013]. Im Auftrag der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, Lissabon und des Bundesministeriums für Gesundheit. Wien, 2013. 

Links: 

Steirische Gesellschaft für Suchtfragen: http://www.suchtfragen.at/sucht/illegalisierte-drogen/drogenhilfe/substitution.php 

Sucht und Drogenkoordination Wien, Information und Hilfe (FAQ): http://drogenhilfe.at/information-und-hilfe/ 

Ambulante und stationäre Einrichtungen nach Bundesländern geordnet: https://suchthilfekompass.goeg.at/presentation 

Informationen zur Opiatabhängigkeit: http://www.drogensubstitution.at/index.htm