Schmerzen können akut, also zeitlich begrenzt, oder chronisch, über einen längeren Zeitraum auftreten.

Chronischer Schmerz ist eines der häufigsten Symptome überhaupt. Allein in Österreich sind laut Zahlen der „Österreichischen Schmerzallianz“ 1,5 Millionen Menschen betroffen. Die Hälfte dieser Patienten ist durch ihren chronischen Schmerz im Berufsleben beeinträchtigt, 11% sind aufgrund ihrer Erkrankung sogar arbeitsunfähig.1

Schmerzen werden nicht nur nach ihrer Dauer, sondern auch nach ihren zugrundeliegenden auslösenden Mechanismen in sogenannte nozizeptive, neuropathische, gemischte und dysfunktionale Schmerzen unterteilt.2,3 Daher muss bei einer medikamentösen Schmerztherapie die Art des Schmerzes bekannt sein, um eine Mechanismen-orientierte Schmerztherapie individuell an den Patienten anpassen zu können.

Nozizeptive Schmerzen werden durch akute Gewebeschädigung im Rahmen entzündlicher, degenerativer und maligner Erkrankungen oder im Rahmen einer akuten Verletzung verursacht. Je nach Lokalisation kann man somatische Schmerzen (durch Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Haut, Unterhaut und Schleimhaut) von viszeralen Schmerzen (sog. „Eingeweideschmerzen“, die innere Organe betreffen, z.B. Koliken) unterscheiden. Nozizeptive Schmerzen werden über Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) vermittelt und haben eher einen gleich bleibenden Charakter (z.B. stechend, dumpf oder bohrend). Neuropathische Schmerzen entstehen nach einer Schädigung oder Erkrankung des Nervensystems (oft auch als „Nervenschmerzen“ bezeichnet) und werden oft als brennend, kribbelnd, stechend, einschießend, ausstrahlend, „elektrisierend“ beschrieben. Neuropathische Schmerzen unterliegen einem anderen Mechanismus als nozizeptive Schmerzen und benötigen dementsprechend auch andere Schmerzmittel. Gemischte Schmerzen weisen sowohl nozizeptive als auch neuropathische Komponenten auf.

Diese Schmerzarten können in ihrer Intensität von leicht bis stark variieren und im Rahmen von verschiedenen Erkrankungen (z.B. Tumorerkrankungen oder nicht maligne Erkrankungen) auftreten. Besonders im Rahmen einer chronischen Schmerztherapie ist daher eine exakte Diagnose sowohl des Mechanismus als auch der Schmerzintensität für die richtige Wahl des Schmerzmittels essentiell.

 

1Rudolf Likar. Opioide bei chronischem Schmerz. Ärztemagazin 11, 2017: 16- 19.
2Sabine Sator-Katzenschlager. Update Schmerztherapie 2015. Arzt & Praxis Jahrgang 69, 2015: 89-94.
3Gabriele Grögl. Art des Schmerzes bestimmt die Art des Medikaments. Ärzte Krone Schmerz17,  2017: 14-16.

 

anwendbare Arzneimittel