Abhängigkeits-erkrankungen

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In der Psychiatrie stellen suchtkranke Menschen eine der prozentuell größten Patientengruppen dar.

Bei Menschen mit Substanzproblemen wird durch autoritäre Verordnung von Konsumänderungen oder –verzicht oft keine nachhaltige Veränderung erreicht,1 denn der Patient bleibt, was er ist, nämlich süchtig.2 Aktuell macht Opioidkonsum den Großteil des problematischen Drogenkonsums in Österreich aus, etwa 90% aller Personen in drogenspezifischer Betreuung konsumieren Opioide. Derzeit gibt es in Österreich zwischen 30.000 und 34.000 Personen mit problematischem Drogenkonsum unter Beteiligung von Opioiden. Davon konsumieren 15.000-17.000 Personen vorwiegend injizierend.3

Substitutionstherapie ist die Therapie der Wahl der Opioidabhängigkeit und eine Erweiterung zu abstinenzorientierten Behandlungsformen. Die Behandlungsziele sind Beschwerdefreiheit, eine gute Lebensqualität in Familie, Partnerschaft und Elternschaft, Arbeits- und Lernfähigkeit, Erfolg in Ausbildung und Beruf, sowie die Vorbeugung von Komplikationen und „Risk Reduction“,2 die vom Patienten im Rahmen einer Substitutionsbehandlung in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt mit den zur Verfügung stehenden Wirkstoffen individuell erreicht werden können.

1 Kurz M. Sucht – Diagnose und Therapie. Psychopraxis, 2011, 5-6: 21-24.
2 Haltmayer H. et al. Konsensus-Statement “Substitutionsgestützte Behandlung Opioidabhängiger.” 
Suchtmedizin Forsch. Prax., 2009, 11: 281–297.
3 Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen. Bericht zur Drogensituation 2013. Gesundheit Österreich GmbH Wien, 2013.

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