Migräne ist eine häufige, unterdiagnostizierte, untertherapierte, chronisch rezidivierende Krankheit, welche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.

In einer Studie der WHO zum Thema „Globale Belastung durch Krankheiten” rangiert Migräne weltweit derzeit auf Platz 7 von 289 Krankheiten.Migräne tritt mit einer Prävalenz von 10 bis 15% bei Erwachsenen und 3 bis 10% bei Kindern auf, Frauen zwischen dem 25. und 55. Lebensjahr sind bis zu dreimal häufiger betroffen als Männer.1

Bezeichnend für die neuronale Erkrankung sind vor allem die starken, meist einseitig pulsierend-pochenden Kopfschmerzen. Akute Attacken gehen häufig mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Photophobie, Phonophobie und Osmophobie einher.2 Pathophysiologisch betrachtet entwickelt sich eine neurogene Entzündung im Bereich der Duragefäße, ausgelöst durch die Aktivierung des trigemino-vaskulären Systems.

Bei der Migränebehandlung wird zwischen der Akuttherapie und der Migräneprophylaxe unterschieden, wobei jeweils medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden Anwendung finden.1 Ziel der Prophylaxe ist eine Reduktion der Migränetage um bis zu 50%. Als Substanzen erster Wahl gelten hierfür die Betablocker Propranolol und Metroprolol, der Kalziumantagonist Flunarizin sowie die Antiepileptika Topiramat und Valproinsäure. Bereits in niedrigeren Dosierungen als in ihrer Originalindikation reduzieren sie die Empfindlichkeit von Zellen des Kortex, eine „cortical spreading depression“ auszubilden.2

 

1 Wöber C., DFP-Literatur: Diagnostik und Therapie der Migräne. CliniCum neuropsy, Ausgabe 02/2014, S.30-36.
2 Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Kopfschmerzen und andere Schmerzen: Therapie der Migräne. (Stand: März, 2013)

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