ASS Scientific Roundtable

 

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Am 13. März 2015 fand ein Scientific Roundtable zum Thema
„Schützt ASS vor Krebs? Neue Potentiale eines bewährten Wirkstoffes“ statt. Rund 150 geladene Gäste aus dem In- und Ausland kamen nach Wien, um sich über den aktuellsten Stand der Entwicklungen hinsichtlich der chemopräventiven Wirkung von Acetylsalicylsäure (ASS) zu informieren. Die weltweit führenden Experten Prof. Peter Rothwell (Oxford), Prof. Jack Cuzick (London) und Prof. Karsten Schrör (Düsseldorf) referierten über ASS in der Krebsprävention, mögliche Wirkmechanismen und die Wirkung von ASS auf die Krebsinzidenz und Metastasen.

NEU: ASS Tagungsbericht

 

441 Todesfälle könnten jährlich in Österreich verhindert werden

Die präventive Verabreichung von ASS in niedriger Dosierung ist laut Prof. Cuzick die effektivste Maßnahme zur Krebsprävention nach einer Nikotinabstinenz. Insbesondere die Mortalitätsraten bei Speiseröhren-, Magen- und Darmkrebs könnten signifikant gesenkt werden, wenn Menschen ab dem 50. Lebensjahr über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg ASS einnehmen. Derzeit geht man davon aus, dass eine längere Anwendungsdauer, nicht jedoch eine steigende Dosis, die Wirkung von ASS verstärkt. Die präventive Wirkung von ASS bleibt selbst nach Beendigung einer langfristigen prophylaktischen Gabe bestehen. Auf Basis der bisherigen Untersuchungen des britischen Forschers und seines Teams, könnten in Österreich mit dieser kostengünstigen Maßnahme jährlich 441 Todesfälle bzw. europaweit über 50.000 Todesfälle verhindert werden. Nutzen und unerwünschte Nebenwirkungen einer vorbeugenden Medikation mit ASS stehen laut Prof. Cuzick im Verhältnis acht zu eins.

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Foto: Roman Zach-Kiesling
(Personen von links nach rechts: Dr. Christof Wachter, Prof. Peter Rothwell, Prof. Karsten Schrör, Dr. Martin Bartenstein, Prof. Jack Cuzick,
Prof. Werner Scheithauer, Prof. Heinz Hammer, Dr. Doris Lechner)

Die Gabe von ASS in der etablierten plättchenaggregationshemmenden Dosierung von 100 mg täglich reicht wahrscheinlich für einen vollständigen klinischen Effekt sowohl in der Primär- und möglicherweise auch Sekundärprävention aus. Daten über die positiven Wirkungen einer prophylaktischen ASS-Einnahme bei Patienten, die im Zeitraum der ASS-Einnahme an Krebs erkranken, wurden von Prof. Rothwell präsentiert. Randomisierte Studien zeigten unter ASS-Einnahme eine geringere Metastasenrate bei Patienten mit neu diagnostiziertem Krebs während der Nachbeobachtung. Mögliche pharmakologische Mechanismen wurden von Prof. Schrör erörtert. Insgesamt tragen wahrscheinlich mehrere Wirkansätze zu den anti-onkogenen Effekten von ASS in der Prävention von kolorektalen Neoplasien bei. Interaktionen mit Cyclooxygenase (COX)-1 und COX-2 erscheinen als die wahrscheinlichsten Wirkmechanismen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion standen neben den Referenten auch Prof. Hammer (Graz) und Prof. Scheithauer (Wien) zur Verfügung, um den Einsatz von ASS in der Allgemeinbevölkerung zur Krebsprävention zu diskutieren. Ein ausführlicher Bericht zum Scientific Roundtable folgt in Kürze. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie unter regulatory.affairs@gl-pharma.at.